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    Ethik-Kodex – eine moralische Selbstverpflichtung

    04.09.17 | 10:14 Uhr | Leipziger Messe

    Tierärzte tragen eine besonders hohe Verantwortung gegenüber Tieren. Der Ethik-Kodex gibt ihnen dabei eine eigene moralische Richtschnur für die Zukunft. In seinem Vortrag auf dem 9. Leipziger Tierärztekongress wird Prof. Dr. Thomas Blaha, Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V., den Kodex und seine Hintergründe näher erläutern.

    In jüngster Zeit wuchs das Bewusstsein dafür, dass zum Tierschutz auch die Respektierung der Bedürfnisse der Tiere und eine hohe Verantwortung für die in Obhut des Menschen stehenden Tiere gehören. Obwohl Ausbeutung von Tieren größtenteils verboten wurde, gibt es heute immer noch nicht bewältigte beziehungsweise neu entstandene Herausforderungen im Tierschutz, bei deren Überwindung die Tierärztinnen und Tierärzte durch ihre spezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten eine besondere Verantwortung tragen – ist sich Prof. Dr. Blaha sicher. Daher beschloss der Deutsche Tierärztetag 2015 einen Ethik-Kodex für die Tierärztinnen und Tierärzte Deutschlands, in dem auch über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehende Selbstverpflichtungen zum moralisch richtigen Handeln der Tierärzteschaft aufgenommen wurden. Tierärzte geben sich darin also eine eigene moralische Richtschnur und übernehmen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und gegenüber den Tieren, deren Würde sie achten. Prof. Dr. Blaha wird die Wichtigkeit sowie Hintergründe des Kodex in seinem Vortrag auf dem 9. Leipziger Tierärztekongress näher erläutern.

    Empfehlungen zur Umsetzung des Kodex

    Der Kodex ist in fünf grundsätzliche Prinzipien geteilt, die in Unterpunkten durch konkrete Selbstverpflichtungen präzisiert und exemplifiziert werden. „Der zweiseitige Kodex ist, weil er nur die ethischen Grundsätze formuliert, auf lange Sicht angelegt und kann nur durch einen Beschluss auf einem der alle vier Jahre stattfindenden Deutschen Tierärztetage geändert werden“, erklärt Prof. Dr. Blaha. Der eigentliche Kodex enthält keine Ausführungsbestimmungen. Genauere Angaben stehen in den „Empfehlungen zur Umsetzung des Ethik-Kodex der Tierärztinnen und Tierärzte Deutschlands“, die die Verpflichtungen des Kodex für die wichtigsten tierärztlichen Tätigkeitsfelder konkretisieren. „Die 8-seitigen Empfehlungen zu seiner Umsetzung werden, auf sich verändernde berufliche Bedingungen und gesellschaftliche Erwartungen sehr viel schneller und häufiger geändert werden, denn dies ist auf den halbjährlich stattfindenden BTK-Delegiertenkonferenzen möglich“, unterstreicht Blaha. So sei die Tierärzteschaft in der Lage, die tätigkeitsspezifischen Selbstverpflichtungen zügig an die sich stetig weiterentwickelnden Mensch-Tier-Beziehungen anzupassen.

    Ein Kodex für die Zukunft?

    „Kritikern, die sagen dass der Kodex keine ‚normative Kraft‘ hat und deswegen ein ‚zahnloser Tiger‘ sei, sagen wir, dass Selbstverpflichtungen niemals per se und am Anfang eine normative Kraft haben“, so Blaha. Eine normative Kraft entwickelt sich ihm zufolge jedoch durchaus dann, wenn sich immer mehr Tierärztinnen und Tierärzte bei Begründungen ihrer Entscheidungen auf den Kodex beziehen. Auch ein Hinweis auf den Kodex von Kammern oder Gerichten bei Fehlverhalten von Tierärztinnen oder Tierärzten sei dabei fördernd. „Je bekannter und akzeptierter der Kodex innerhalb und außerhalb der Tierärzteschaft wird, umso mehr Einfluss nimmt er auf die Entscheidungen und auf die Reputation der Tierärztinnen und Tierärzte.“

    Weitere Informationen

    Der Vortrag von Prof. Dr. Blaha findet am Freitag, 19. Januar im Rahmen des Blocks „Der Ethik-Kodes – sinnvoll oder überflüssig“ statt .

    Foto: pixabay_efraimstochter

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