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    Geflügelpest: Kein Ende in Sicht?

    04.09.17 | 10:15 Uhr | Friedrich-Loeffler-Institut

    Deutschland erlebte im vergangenen Jahr die bisher schwerste Welle von Geflügelpestausbrüchen überhaupt. Auch in Zukunft sind solche Epidemien nicht vermeidbar. Es können jedoch Vorkehrungen getroffen werden. Auf dem 9. Leipziger Tierärztekongress wird der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Prof. Dr. Dr. Thomas C. Mettenleiter, die Epidemie 2016/17 umfassend darlegen und werten.

    Bei der hochpathogenen aviären Influenza, auch Geflügelpest oder umgangssprachlich Vogelgrippe genannt, handelt es sich um eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit. Wildvögel stellen ein natürliches Reservoir für diese Viren dar, die in verschiedenen Subtypen auftreten. Der südostasiatische Raum gilt als Ursprung vieler dieser Subtypen, unter anderem des Subtyps H5N8. Die wesentliche Ursache für die Entstehung in dieser Region besteht in der Mischung aus großen Geflügelhaltungen, vielen kleinen Haltungen, Lebendgeflügelmärkten, besonderen Haltungsformen von Wassergeflügel und einer Vielzahl von Kontaktmöglichkeiten zwischen Nutzgeflügel und Wildvögeln. Bei der Verbreitung in Südostasien spielt der Handel mit Lebendgeflügel und Geflügelprodukten eine Rolle. Durch Zugvögel gelangt das Virus höchstwahrscheinlich von Asien nach Europa. Grundsätzlich erhöhe die zunehmende weltweite Geflügelpopulation auch die Möglichkeiten der Entstehung und Ausbreitung dieser Tierseuche, weiß Prof. Dr. Dr. Thomas C. Mettenleiter.

    2016/17 schwerste Geflügelpest in Europa

    Ende des vergangenen sowie Anfang dieses Jahres gab es fast täglich neue Geflügelpestfälle in Deutschland. Infektion und Virusausscheidung erfolgen über den Atmungs- und den Verdauungstrakt. Durch abgesetzten Kot kommt es zur Verunreinigung von Oberflächenwasser oder Weidebereichen. Andere Vögel infizieren sich durch die orale Aufnahme von kontaminiertem Wasser oder Futter. So können schnell Infektketten entstehen und Viren zwischen Vogelgruppen unterschiedlicher Herkunft ausgetauscht werden. Gerade in Geflügelhaltungen infizieren sich Tiere zudem über direkten Kontakt. Der Subtyp H5N8 breitete sich sehr schnell aus, trat fast zeitgleich in mehreren europäischen Staaten auf und führte zu einer hohen Sterblichkeitsrate bei Nutzgeflügel und bestimmten Wildvogelarten (z. B. Reiherenten). Höhere Temperaturen und UV-Strahlung inaktivieren das Virus in der Umwelt. Außerdem verteilen sich Wasservögel in den Sommermonaten auf die Brutgebiete, sodass die Wasservogeldichten abnehmen und dem Virus die Vermehrungsgrundlage nehmen. Bei dieser Geflügelpestwelle handelte es sich um die bisher schwerste in Europa. Am neunten Mai 2017 wurde in Deutschland der bisher letzte Ausbruch in einer Kleinhaltung bestätigt.

    Maßnahmen für die Zukunft

    Gegenwärtig kommt es weiterhin zu einzelnen Ausbrüchen in Europa, zuletzt in Italien. Aus einem Bericht des Friedrich-Loeffler-Instituts geht hervor, dass durch das simultane Zirkulieren verschiedener H5Nx-Stämme niedriger und hoher Pathogenität in Teilen Asiens und Afrikas sowohl bei Wildvögeln als auch beim Hausgeflügel wenig Hoffnung besteht, dass diese Viren in naher Zukunft umfassend erfolgreich bekämpft werden können. Die Impfung von Geflügel in asiatischen Ländern hatte bisher nicht den gewünschten Erfolg, daher sind die einzigen erfolgversprechenden Maßnahmen die sofortige Tötung aller Tiere eines betroffenen Bestandes mit anschließender Reinigung und Desinfektion, das Einrichten von Restriktionszonen sowie ggf. ein temporäres Wiederaufstallungsverbot. „Biosicherheitsmaßnahmen in den Beständen haben daher oberste Priorität und sollen weiterhin aufrechterhalten werden“, konstatiert Mettenleiter. Die Infektion lasse sich im Wildvogelbereich nicht kontrollieren, daher ist eine Erhöhung der Biosicherheitsmaßnahmen für die Zukunft erforderlich. Informationen, u.a. zu Schutzmaßnahmen für Geflügelbestände, stehen auf www.fli.de zur Verfügung.

    Weitere Informationen

    Prof. Mettenleiters Vortrag zur Wildgeflügelpest in Deutschland findet im Block Tierseuchen II am 19. Januar von 10.45 bis 11.10 Uhr statt.

    Foto: pixabay_screamenteagle

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