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Nachricht vom 15.01.20 | 10. Leipziger Tierärztekongress

Der Veterinärmediziner als Anwalt der Tiere und Verbraucherschützer

Gewandeltes Berufsbild ist ein Schwerpunktthema des Leipziger Tierärztekongresses

Das Berufsbild des Tierarztes hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Während er früher ein klassischer Allrounder war, der alle Facetten des tierärztlichen Berufes abgedeckt hat, sind heute eher bestimmte Spezialisierungsrichtungen wie beispielsweise in der Lebensmittelhygiene oder zur Betreuung größerer landwirtschaftlicher Betriebe gefragt. „Heute muss ein Tierarzt unter anderem Fragen des Herdenmanagements beantworten können. Er berät Landwirte auch zu Haltungs- und Fütterungsbedingungen“, sagt Dr. Stephan Koch, Abteilungsleiter im sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, Abteilung Gesundheits- und Veterinärwesen sowie Verbraucherschutz.

In ländlichen Gebieten gehe die Zahl der Tierärzte immer weiter zurück, während die Konkurrenz in Großstädten zunehme. Diesem Trend müssten sich die Tierärzte anpassen. Während sie früher meist einzelne Tiere behandelt haben, seien sie heute auch verstärkt Berater der Tierhalter und müssten sich dieses Know-how bezahlen lassen. Das Berufsbild des Tierarztes ist ein Schwerpunktthema beim 10. Leipziger Tierärztekongress. Die Eröffnungsveranstaltung am 16. Januar 2020 steht unter der Überschrift „Bitte geraderücken! Das Bild des Tierarztes in der Öffentlichkeit“.

„In der öffentlichen Wahrnehmung des Berufsbildes des Tierarztes wird viel mit Negativbeispielen gearbeitet“, erklärt Koch. Veterinärmediziner seien häufig in der Kritik, dass sie Missstände in der Nutztierhaltung übersehen. Dabei werde meist nicht in Betracht gezogen, dass zunächst der Tierhalter für die Einhaltung der vorgeschriebenen Regeln sorgen müsse. Wenn es Schwierigkeiten gibt, könne der Tierarzt mit seiner Kompetenz Tipps zur Einhaltung der Tiergesundheit geben. „Der amtliche Tierarzt macht in seinem Tagesgeschäft viele Kontrollen. Er wirkt für die Aufrechterhaltung von Tiergesundheit und Tierschutz“, betont Koch, der selbst auch Veterinärmediziner ist. Bei der vieldiskutierten Verschreibung von Antibiotika in der Nutztierhaltung seien auch die Tierärzte gefordert, damit diese z.T. umstrittenen aber für die Behandlung kranker Tiere notwendigen Medikamente verantwortungsbewusst eingesetzt und z.B. nicht an den legalen Vertriebswegen vorbei zu den Tierhaltern gelangen.

Eng mit dieser Problematik im Zusammenhang steht der gesundheitliche Verbraucherschutz, der beim Tierarztberuf seit jeher eine wichtige Rolle spiele, beispielsweise in der Fleischhygiene- und Lebensmittelüberwachung. Ein weiteres Beispiel für das sich wandelnde Berufsbild sei die wachsende Bedeutung veterinärmedizinischer Expertise bei der Überwachung und Abfertigung von Tiertransporten. In der aktuellen Diskussion habe tierärztlicher Sachverstand dazu geführt, dass der Transport von Tieren über größere Distanzen zum Wohle der Tiere intensiv hinterfragt wird. „Hier muss und wird sich in der Zukunft einiges bewegen müssen“, sagte Koch.

„Das ist ein sehr vielschichtiger, interessanter Beruf“, so Koch. Neben dem Verbraucherschutz seien Veterinärmediziner als „Anwalt der Tiere“ u.a. für die Einhaltung der Tierschutzrichtlinien, die Tierseuchenbekämpfung sowie Lebens- und Futtermittelüberwachung verantwortlich.

Über den Leipziger Tierärztekongress und die vetexpo

Der Leipziger Tierärztekongress und die Messe vetexpo werden von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, den sechs Tierärztekammern der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Leipziger Messe GmbH veranstaltet. 5.400 Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte und Studenten der Veterinärmedizin sowie rund 490 Referenten kamen zur vergangenen Veranstaltung vom 18. bis 20. Januar 2018 nach Leipzig. Auf der größten veterinärmedizinischen Industrieausstellung im deutschsprachigen Raum, der vetexpo, präsentierten sich am 19. und 20. Januar 2018 insgesamt 241 Unternehmen mit Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Arzneimittel, Medizintechnik, Diagnostika, Instrumente sowie Tierernährung/Diätetik, moderner Praxiseinrichtung, EDV oder Fachliteratur.


Ansprechpartner für die Presse

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Frau Karoline Nöllgen
Telefon: +49 341 678 6524
Fax: +49 341 678 166524
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