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Nachricht vom 15.01.20 | 10. Leipziger Tierärztekongress

Vorbild Humanmedizin: Hightech rettet auch Tierleben

Hochmoderne Technik für Diagnostik und Behandlung tierischer Patienten Thema beim Leipziger Tierärztekongress

Nicht nur die Tierärzte der Klinik für Kleintiere der Universität Leipzig wissen durch ihre tägliche Arbeit, dass Haustiere heute einen ganz anderen Stellenwert als noch vor 20 Jahren haben. Sie sind häufig ein vollwertiges Familienmitglied, an dem die Herzen der Zweibeiner hängen. Wenn der tierische Gefährte ernsthaft erkrankt, ist das häufig genauso schlimm wie beim Menschen. Die Veterinärmedizin tut mit immer ausgeklügelter Hightech alles dafür, um das Leben der Tiere zu retten. An vorderster Front sind dabei die Tierärztinnen und Tierärzte der Klinik für Kleintiere der Veterinärmedizinischen Fakultät, unter ihnen Prof. Dr. Michaele Alef und Dr. Ingmar Kiefer.

Sie und ihre Kollegen nutzen dafür unter anderem einen Computer-Tomographen (CT) mit der modernsten auf dem Weltmarkt verfügbaren Technik, ein hochmodernes 3D-Ultraschallgerät, ein Hochleistungs-MRT-Gerät, und als europaweites Alleinstellungsmerkmal ein Narkose-Überwachungssystem, bei dem alle Monitore zur lückenlosen Überwachung narkotisierter Patienten miteinander vernetzt sind. Die neueste Technik und deren Anwendung sind auch ein Schwerpunktthema beim 10. Leipziger Tierärztekongress vom 16. bis 18. Januar.

Neu ist in der Kleintierklinik das oben erwähnte Spektral-CT-Gerät im Einsatz. „Das erlaubt viele Sachen in der Diagnostik, die mit einem konventionellen CT nicht möglich wären“, sagt Dr. Kiefer. So konnte damit beispielsweise die Kieferknochenerkrankung eines Faultiers aus dem Tier- und Freizeitpark Bernburg präzise erkannt und behandelt werden. Modernste Technik – ähnlich wie in der Humanmedizin – macht es möglich, dass 3D-Ultraschallbilder und CT-Bilder in Echtzeit übereinandergelegt werden. Dadurch können noch gezielter Gewebeproben entnommen werden, etwa zur Diagnostik von Leberkrebs bei Hunden oder Katzen. Diese Biopsien sind Voraussetzung für eine mögliche spätere Operation.

„Bei der Ultraschalldiagnostik arbeiten wir mit High-Tech-Kontrastmitteln und beobachten damit die Durchblutung des Gewebes. So lässt sich erkennen, ob es sich um einen Tumor handelt oder nicht“, berichtet Dr. Kiefer. Der Vorteil der modernen Technik für den Patienten: Wenn mehrere Veränderungen vorliegen, muss eventuell nur eine Gewebeprobe entnommen werden. Zudem ist für die Gewebebeurteilung durch Ultraschallkontrastmittel keine Narkose nötig, die für Tiere in der Regel noch wesentlich gefährlicher als für Menschen ist. Dies ist vor allem in der Diagnostik bei tierischen Patienten mit Herzproblemen von immenser Bedeutung. „Wir sind die einzige Tierklinik in Deutschland, die dieses Verfahren regelmäßig anwendet“, erläutert Prof. Alef.

Auch mit dem 3-Tesla-Magnetresonanztomographen (MRT), der seit 2013 in der Kleintierklinik im Einsatz ist, werden zahlreiche Krankheiten erkannt. „Wir können beispielsweise damit den Verlauf von Nervenfasern verfolgen, was bei der Diagnostik von Hirntumoren wichtig ist“, so Dr. Kiefer. Auch dabei werde oft mit Kontrastmitteln gearbeitet. Im Gegensatz zur Ultraschalluntersuchung muss der Patient dafür in Narkose versetzt werden, was bei der Diagnostik von Erkrankungen bestimmter Organe aber unumgänglich ist. Auch hier können dank der Hightech CT- und MRT-Bilder übereinandergelegt werden. Da all das auch seinen Preis hat, den so manche Tierbesitzer nicht bezahlen können, wünschen sich Alef und Kiefer die flächendeckende Einführung einer Krankenversicherung für Tiere, wie sie in anderen Ländern bereits üblich ist.

„Einige unserer Patienten sind sehr klein, zum Beispiel unter ein Kilogramm leichte Hunde. Das erschwert mitunter die Behandlung“, weiß Prof. Alef aus der Klinik für Kleintiere der Universität, in der sie und ihr Team täglich bis zu 15 Patienten in Narkose legen. Die Anästhesistin hält beim Tierärztekongress mehrere Vorträge, präsentiert Neuerungen aus ihrem Metier, berichtet aus ihrem Klinikalltag und bietet einen Anästhesie-Kurs für Haustierärzte an. Dr. Kiefer spricht in seinem Referat über die Leberbiopsie-Diagnostik mit ihren Fallstricken und leitet einen Ultraschall-Kurs für Tierärzte sowie Röntgen-Aktualisierungskurse für Tierärzte und tiermedizinische Fachangestellte.

Über den Leipziger Tierärztekongress und die vetexpo

Der Leipziger Tierärztekongress und die Messe vetexpo werden von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, den sechs Tierärztekammern der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Leipziger Messe GmbH veranstaltet. 5.400 Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte und Studenten der Veterinärmedizin sowie rund 490 Referenten kamen zur vergangenen Veranstaltung vom 18. bis 20. Januar 2018 nach Leipzig. Auf der größten veterinärmedizinischen Industrieausstellung im deutschsprachigen Raum, der vetexpo, präsentierten sich am 19. und 20. Januar 2018 insgesamt 241 Unternehmen mit Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Arzneimittel, Medizintechnik, Diagnostika, Instrumente sowie Tierernährung/Diätetik, moderner Praxiseinrichtung, EDV oder Fachliteratur.

Über die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig

In Deutschland gibt es fünf veterinärmedizinische Bildungsstätten. Die Veterinärmedizinische Fakultät (VMF) der Universität Leipzig ist die einzige in Mitteldeutschland. Im Jahre 1923 zog die Fakultät von Dresden nach Leipzig um. Grund dafür war die Zusammenführung der Veterinär- mit der Humanmedizin in enger Nachbarschaft, im Sinne des aktuell weltweit populären „One World One Health One Medicine“-Gedankens. Derzeit ist die VMF eine sehr lehr- und dienstleistungsintensive Fakultät mit einer vielfältigen, national und international vernetzten Forschung. Sie besteht aus 16 Instituten beziehungsweise Kliniken, die in fünf Zentren organisiert sind, sowie dem Lehr- und Versuchsgut Oberholz. An der Fakultät lehren und forschen derzeit 38 Professoren und Privatdozenten, Hinzu kommen etwa 125 Wissenschaftler und 140 Vertreter des nichtwissenschaftlichen Personals.
Die VMF ist eine erst 2018 positiv durch die E.A.E.V.E. evaluierte und anerkannte Fakultät mit einem partiell modularisierten interdisziplinären Curriculum. Jeweils zum Wintersemester beginnen 130-140 junge Menschen das Studium, aktuell hat die Fakultät 816 Studierende. 92 Prozent der Studierenden schließen ihr Studium in der Regelstudienzeit von elf Semestern ab. Neben der gradualen Ausbildung der Veterinärmedizinstudenten führt die Fakultät jedes Jahr etwa 60 Wissenschaftler zur Promotion zum Dr. med. vet.


Ansprechpartner für die Presse

PR/ Pressesprecherin
Frau Karoline Nöllgen
Telefon: +49 341 678 6524
Fax: +49 341 678 166524
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