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Nachricht vom 15.01.20 | 10. Leipziger Tierärztekongress

West-Nil-Virus: Gefahr aus den Tropen vor allem für Vögel

Infektionsgefahr auch für Menschen – Thema beim Tierärztekongress

Die Klimaerwärmung könnte ein Grund für die zunehmende Verbreitung des sogenannten West-Nil-Virus in Mitteleuropa und neuerdings auch in Deutschland sein. Das aus Afrika stammende Virus befällt vor allem Vögel, die es durch ihre langen Flugstrecken auch in hiesige Gefilde einschleppen. Es wird durch Mücken übertragen und kann bei Menschen und Pferden die Tropenkrankheit West-Nil-Fieber auslösen. Während die Infektion beim Menschen meist harmlos verläuft und nur bei alten und immunschwachen Menschen Fieber, Kopfschmerzen und im schlimmsten Fall eine Gehirnhautentzündung auslösen kann, endet die Erkrankung bei Pferden und Vögeln oft tödlich. Im vergangenen Jahr wurden erstmals in Deutschland Vögel gefunden, die am West-Nil-Virus gestorben sind. Mit diesem aktuellen Thema befasst sich auch der diesjährige Leipziger Tierärztekongress: Am 18. Januar steht dazu ein Vortrag von Dr. Michael Sieg vom Institut für Virologie der Universität Leipzig auf dem Programm.

„In den vergangenen Monaten war der Schwerpunkt der Infektion in Mitteldeutschland“, sagt Prof. Dr. Dr. Thomas Vahlenkamp, der Direktor des Instituts für Virologie und Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. So seien mehrere Pferde aus der Region in die Pferdeklinik der Universität eingeliefert worden, bei denen das West-Nil-Virus festgestellt wurde. In Deutschland sind ihm zufolge schon zahlreiche Pferde an der Viruserkrankung, die eine anzeigepflichtige Tierseuche ist, gestorben. „Der Mensch ist keine Gefahr als Infektionsquelle. Vögel erkranken daran, und Mücken übertragen das Virus meist auf Pferde und Menschen“, erklärt der Veterinär-Virologe. Besonders gefährdet seien Rabenvögel. In den Zoos von Leipzig und Halle seien auch Uhus, Käuze und Flamingos betroffen gewesen.

Der Klimawandel könnte zur stärkeren Verbreitung des Virus auch in Deutschland beitragen. Schon bei geringfügig höheren Temperaturen vermehren sich die Mücken stärker und erhöhen damit die Gefahr einer Infektion mit dem West-Nil-Virus. „Es ist vorstellbar, dass infizierte Mücken bei uns in Räumen oder Ställen überwintern und das Virus ab dem Frühjahr weiter übertragen“, sagt Vahlenkamp. In der Humanmedizin gebe es derzeit keine prophylaktische Therapie, keine Impfung, um einer Infektion mit dem Welt-Nil-Virus vorzubeugen. Mückenstiche möglichst zu verhindern, sei die einzige Möglichkeit der Vorbeugung. Bei einem großen Ausbruch in den USA sind in den vergangenen Jahren mehrere tausend Menschen am West-Nil-Fieber erkrankt.

Neben dem West-Nil- ist auch das Usutu-Virus in Mitteldeutschland auf dem Vormarsch. Bereits vor einigen Jahren wurden in Deutschland erstmals Usutu-Viren in Stechmücken nachgewiesen. Die Folge war ein Vogelsterben. Vor allem Amseln und Käuze waren betroffen. Auch der Mensch kann durch das Usutu-Virus infiziert werden. Es kommt allerdings nur sehr selten zu schweren Krankheitsverläufen.

Über den Leipziger Tierärztekongress und die vetexpo

Der Leipziger Tierärztekongress und die Messe vetexpo werden von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, den sechs Tierärztekammern der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Leipziger Messe GmbH veranstaltet. 5.400 Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte und Studenten der Veterinärmedizin sowie rund 490 Referenten kamen zur vergangenen Veranstaltung vom 18. bis 20. Januar 2018 nach Leipzig. Auf der größten veterinärmedizinischen Industrieausstellung im deutschsprachigen Raum, der vetexpo, präsentierten sich am 19. und 20. Januar 2018 insgesamt 241 Unternehmen mit Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Arzneimittel, Medizintechnik, Diagnostika, Instrumente sowie Tierernährung/Diätetik, moderner Praxiseinrichtung, EDV oder Fachliteratur.

Über die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig

In Deutschland gibt es fünf veterinärmedizinische Bildungsstätten. Die Veterinärmedizinische Fakultät (VMF) der Universität Leipzig ist die einzige in Mitteldeutschland. Im Jahre 1923 zog die Fakultät von Dresden nach Leipzig um. Grund dafür war die Zusammenführung der Veterinär- mit der Humanmedizin in enger Nachbarschaft, im Sinne des aktuell weltweit populären „One World One Health One Medicine“-Gedankens. Derzeit ist die VMF eine sehr lehr- und dienstleistungsintensive Fakultät mit einer vielfältigen, national und international vernetzten Forschung. Sie besteht aus 16 Instituten beziehungsweise Kliniken, die in fünf Zentren organisiert sind, sowie dem Lehr- und Versuchsgut Oberholz. An der Fakultät lehren und forschen derzeit 38 Professoren und Privatdozenten, Hinzu kommen etwa 125 Wissenschaftler und 140 Vertreter des nichtwissenschaftlichen Personals.
Die VMF ist eine erst 2018 positiv durch die E.A.E.V.E. evaluierte und anerkannte Fakultät mit einem partiell modularisierten interdisziplinären Curriculum. Jeweils zum Wintersemester beginnen 130-140 junge Menschen das Studium, aktuell hat die Fakultät 816 Studierende. 92 Prozent der Studierenden schließen ihr Studium in der Regelstudienzeit von elf Semestern ab. Neben der gradualen Ausbildung der Veterinärmedizinstudenten führt die Fakultät jedes Jahr etwa 60 Wissenschaftler zur Promotion zum Dr. med. vet.


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PR/ Pressesprecherin
Frau Karoline Nöllgen
Telefon: +49 341 678 6524
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