7. bis 9. Juli 2022 Leipziger Tierärztekongress
08.06.2022 Leipziger Tierärztekongress

Tierschutz in der translationalen tierexperimentellen Forschung

Im Spannungsfeld zwischen biomedizinischer Forschung und gesellschaftlicher Verantwortung

Für die translationale Forschung und die angestrebte klinische Anwendung spielen tierexperimentelle Studien eine entscheidende Rolle. Zugleich stehen Wissenschaftler vor neuen ethischen Herausforderungen, die insbesondere durch die Verwendung von Großtieren und nicht-humanen Primaten hervorgerufen werden. Mit den Fragen des Tierschutzes in der translationalen Forschung befasst sich ein eintägiges Symposium am 7. Juli 2022 auf dem Leipziger Tierärztekongress.

In den letzten Jahren hat die biologische Grundlagenforschung in vielen Bereichen der Genomik, Biotechnologie, Biomedizin, Stammzellen, Organersatz, xenogene Gewebe und Organe beachtliche Fortschritte gemacht, sodass erste klinische Anwendungen in naher Zukunft möglich erscheinen. Daraus ergeben sich neue Perspektiven für die Organtransplantation, die regenerative Medizin und den Einsatz neuer zellulärer Therapien. Ein möglicher klinischer Einsatz erfordert jedoch die Prüfung in komplexen Organismen beispielsweise in Großtiermodellen, insbesondere beim Schwein und Schaf oder in speziellen Fällen bei nicht-humanen Primaten.

Die biomedizinische Forschung mit Großtieren und der sich daraus ergebende Erkenntnisgewinn eröffnen völlig neue Chancen für Therapie und Gesunderhaltung betroffener Patienten. Gleichzeitig sehen sich Wissenschaftler mit bedeutenden ethischen Herausforderungen konfrontiert.

Vor diesem Hintergrund geben führende Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche im Rahmen des Symposiums „Translationale Tierexperimentelle Forschung“ einen Überblick zum aktuellen Stand der Forschung, um damit eine Grundlage für die gesellschaftliche und ethische Diskussion zu schaffen. Die Themenbereiche sind vielfältig und umfassen unter anderem neueste Ergebnisse und Erkenntnisse aus Diabetes-Großtiermodellen, zu xenogenen Geweben wie Herzklappen und xenogenen Organen, neuartigen Implantaten, innovativem Knochenersatz sowie neuesten Erkenntnissen aus der Herz-Kreislaufforschung bei Großtieren. Zudem betrachtet die Vortragsveranstaltung die spezifischen Aspekte der Reproduzierbarkeit in Versuchen mit Großtieren sowie die mit den Tierversuchen einhergehende gesellschaftliche Diskussion. Auch die Belastungserfassung in Versuchen mit Großtieren sowie erste Erfahrungen bei der kommerziellen Nutzung von Großtieren für die Herstellung neuartiger Produkte für die Human- und Veterinärmedizin sind Bestandteile des Programms.

Die Vortragsveranstaltung „Translationale Tierexperimentelle Forschung“, unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Heiner Niemann (Medizinische Hochschule Hannover), Prof. Dr. Johannes Kauffold (Veterinärmedizinische Fakultät Universität Leipzig) und Prof. Dr. Christian Etz (Herzzentrum Heliosklinik Leipzig), findet am 7. Juli (9.45 bis 17.55 Uhr) auf dem Leipziger Tierärztekongress statt.

Über den Leipziger Tierärztekongress und die vetexpo
Der Leipziger Tierärztekongress samt Fachmesse vetexpo lädt vom 7. bis 9. Juli 2022 auf das Leipziger Messegelände ein. Mit über 500 Vorträgen umfasst die größte Fortbildungsveranstaltung für Veterinärmediziner im deutschsprachigen Raum alle Aspekte des tierärztlichen Berufsfelds. Für die 11. Auflage des Erfolgsevents wurde die Industrieausstellung vetexpo auf drei Tage verlängert, die Raumkapazität erweitert. Erneut wird die Jobmesse CAREER CORNER integriert. Der Leipziger Tierärztekongress und die Fachmesse vetexpo werden von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, den sechs Tierärztekammern der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Leipziger Messe GmbH veranstaltet. Der 10. Leipziger Tierärztekongress mit vetexpo verzeichnete 283 Aussteller und 6.200 Teilnehmer.

LeipzigerTierärztekongress_PM_translationale tierexperimentelle Forschung (DOCX, 92 kB)

Ansprechpartner

Tirza Berger
Kommunikationsmanagerin
Susann Huster
Pressereferentin der Universität Leipzig
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